


VIELFALT ERZEUGT VIELFALT KNÜPFT AN DAS ÖKOLOGISCHE POTENZIAL URBANER FLÄCHEN ZUR FÖRDERUNG DER ARTENVIELFALT IN STÄDTEN AN. KERN DES ENTWURFS IST EIN MODULARES PFLASTERSTEINSYSTEM, WOBEI DIE PFLASTERFUGE EINE ZENTRALE ROLLE SPIELT.

Rendering by Vít Kučerovský


























Pflasterfugen oder auch Risse im Asphalt sind unterschätzte urbane Lebensräume. Durch ihr spezielles Mikroklima bilden sie unscheinbare, jedoch unverzichtbare Lebensräume für zahlreiche im urbanen Raum vorkommende Pflanzenarten, darunter auch gefährdete Arten der Roten Liste, die auf trockene und nährstoffarme Standorte angewiesen sind.
Die in Pflasterfugen und Asphaltrissen vorkommende Vegetation ist Teil der spontanen Stadtvegetation. Sie trägt wesentlich zur urbanen Biodiversität bei, bietet Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere, mindert das sommerliche Aufheizen versiegelter Flächen und wirkt als Trittsteinbiotop, das der Fragmentierung von Lebensräumen entgegenwirkt.
Während Brachen oder Bahntrassen als ökologisch wertvolle Stadtbiotope anerkannt sind, bleiben Pflasterfugen weitgehend unbeachtet und ihr Bewuchs wird ästhetisch abgelehnt. Der Entwurf setzt an diesem Spannungsfeld an und verbindet die Ansprüche eines gepflegten Stadtbildes mit dem Bedarf an ökologisch wertvollen urbanen Lebensräumen. Drei Steintypen ermöglichen eine modulare und gezielte Steuerung des ansonsten unkontrollierbaren Wildwuchses. Die gemeinsame Grundform des gleichseitigen Dreiecks erlaubt eine flexible Anpassung der Pflasterung an unterschiedliche Anforderungen vor Ort. Die Fuge wird dabei als gestalterisches Element verstanden, mit dem Ziel, die gesellschaftliche Wahrnehmung wilder Vegetation nachhaltig positiv zu beeinflussen und als Komponente in die Stadtplanung zu integrieren.



Da die vollständige Entsiegelung urbaner Flächen nicht immer möglich ist, gewinnen Teilentsiegelungen zunehmend an Bedeutung. Besonders bereits bewachsene Wegränder, Nischen oder ungenutzte Ecken bergen ein großes, bislang unterschätztes Potenzial für alternative Gestaltungsmöglichkeiten zur Förderung urbaner Biodiversität.









































